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Klischee Pudel! Es gibt wohl kaum eine Rasse bei der sich die Geister so scheiden wie beim Pudel. Moderne Schur, Klassische Schur oder doch Eigenkreation. Wir haben unsere ganz eigenen Vorstellungen und zeigen euch mit einer Schritt für Schritt Anleitung wie Momo zu ihrem Teddyschnitt kommt. Welche Utensilien ihr braucht, welche Vorbereitungen notwendig sind und den Vorher/Nachher Vergleich findet ihr hier!

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Ist das ein Pudel? Diese Frage hören wir auf unseren Spaziergängen nur allzu oft. Und ja Momo ist ein reinrassiger Pudel, nur eben etwas anderes geschoren als die meisten. Denn im Gegensatz zu den bekannten Pudelschuren schneide ich ihr „Gesicht“ nicht aus. Die Locken rund um die Augen und auf der Schnauze bleiben. Modell „Teddybär“, wie ich es nenne. Einfach weil mir das persönlich besser gefällt und es Momos Charakter so perfekt widerspiegelt. Aber vielleicht macht auch genau das den Pudel so vielfältig und besonders, weil neben der traditionellen Schur auch Freiraum für ganz persönliche Varianten ist.

Alle 6-8 Wochen heißt es für uns wieder ran an die Locken. Im Sommer halten wir ihr Fell generell kürzer, gegen die Hitze und einfach weil es die Pflege, auch wegen der Zecken, erleichtert. Für den Winter lassen wir es gern etwas länger, da der Pudel ja kein Unterfell besitzt und Momo sonst recht schnell friert. Regelmäßiges Bürsten zählt aber in der Zwischenzeit zur notwendigen Fellpflege, vorallem um Verfilzungen vorzubeugen. Auch wenn wir da etwas Glück haben und Momo’s große weiche Locken unser eher seltenes Bürsten dulden.

 

Utensilien

  • Moser Schermaschine von Trixie

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Wir verwenden die „Moser Schermaschine Max 45“ in schwarz. Geliefert wird sie allerdings nur mit einem 3mm Aufsatz. Für die Pudelschur benötigt man zusätzlich noch einen 9mm-Aufsatz. Beides haben wir online bei Fressnapf gekauft. Für die Pflege der Maschine liegen eine kleine Bürste und ÖL bereits bei.

  • Kuckenberg  Pudelschere

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Für die Schneidearbeiten verwenden wir eine spezielle Pudelschere von Kuckenberg. Charakteristisch hierfür sind die gebogenen Scherenblätter und die abgerundeten Enden.

 

Anleitung

Schritt für Schritt zur perfekten Pudelschur!“

Obwohl das Wort „perfekt“ hier sicherlich überbewertet ist, denn Pudellocken verzeihen viel und kleinere Fehler fallen überhaupt nicht auf. Bevor ich Momo das erste Mal selbst geschoren habe, hatte ich Angst etwas falsch zu machen oder geschweige denn ihr weh zu tun. Ich hatte genaue Vorstellungen von meinem „Teddyschnitt“ und wollte absolut nicht, dass man auf den ersten Blick sieht, dass dort jemand selbst Hand angelegt hat. Doch auch wenn aller Anfang schwer ist und es heute sicher schneller geht und besser aussieht, war bereits meine erste Pudelschur ein voller Erfolg und alle Sorgen unbegründet.

 

1.Schritt „Vorbereitungen: Baden & Bürsten“

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Wichtig vor jeder Schur ist es, die Fellnase erst einmal zu baden und shamponieren, damit wirklich jeglicher Dreck aus dem Fell ist. Ansonsten geht die Maschine später nicht so leicht durchs Fell, ziept und die Klingen verschleißen auf Dauer sehr schnell. Wir benutzen hierfür schon immer das Dr. Schaette Shampoo für Hunde, da es ausschließlich auf natürlichen Bestandteilen basiert und auch für hautsensible Hunde wie Momo bestens geeignet ist.

Anschließend rubbeln wir sie etwas ab und lassen sie lufttrocknen. Ganz im Gegensatz zum professionellen Pudelfrisör, bei dem die Locken gegen den Strich ausgeföhnt werden, um später ein Milimeter genauses Ergebnis zu erziehlen. Da wir aber keine Pudelschauen besuchen und das Ergebnis für uns auch so genau genug ist, ersparen wir Momo diesen überflüssigen Stress. Noch schnell gebürstet und schon kann es mit dem Scheren losgehen.

 

2. Schritt „Schur mit der Maschine“

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Die großen Flächen wie Rücken, Brust und Seiten werden mit einer speziellen Tierschermaschine (s.o) geschoren. Hierfür verwende ich einen 9mm-Scherkopf. Für mich die optimale Länge, nicht zu kurz und nicht zu lang. Wichtig ist, die Schermaschine immer vom Kopf des Hundes in Richtung des Schwanzes zu führen. Sie wird oben am Halsbereich angesetzt und „Bahn für Bahn“ mit dem Strich (Wuchsrichtung der Haare) herunter geführt. So erreicht man ein schönes gleichmäßiges Ergebnis.

Den Schwanzansatz und After-Bereich schere ich zusätzlich mit einem 3mm-Scherkopf aus. Hier ist Vorsicht geboten, da 3mm wirklich sehr kurz sind und Fehler gleich ersichtlich sind. Ich habe Momo bereits als Welpe an die Maschine und das damit verbundene Schergeräusch gewöhnt. Sie kennt die Abläufe also gut und empfindet keinen Stress.

  • Rücken
  • Brust
  • Seiten

 

3. Schritt „Scherenarbeiten“

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Die Beine, Pfötchen, Kopf, Bauch und Schwanz schneide ich nicht mit der Maschine sondern verwende wie oben beschrieben eine spezielle Pudelschere. Durch die gebogenen Schneiden bekommt man automatisch ein perfektes Ergebnis und die abgerundete Spitze verhindern, dass man den Hund verletzt. Auch für die Übergänge der Seiten zum Bauch verwende ich lieber die Schere, um ihre Zitzen nicht zu verletzen.

  • Beine

Die Beine werden von allen Seiten gleichmäßig geschnitten. Das bedeutet, man hebt das Bein an der Pfote an und schneidet von unten nach oben, sowohl seitlich als auch vorne und hinten. Solange und so viel bis man die gewünschte Dicke der Beine erreicht hat. Für den Übergang zum Rücken, ist es wichtig die „Oberschenkel“ anzugleichen. Hierfür einfach mit der Schere von oben nach unten fahren und schrittweise die Locken kürzen.

  • Pfötchen

Viele Hundefrisöre schneiden die Pfoten der Pudel komplett aus. Das heißt, der ganze Bereich wird dort aufs Minimalste gestutzt und auch die Krallen sind gut sichtbar. Was zum einen sehr praktisch ist, ist zum anderen für mich auch etwas gewöhnungsbedürftig. Daher entscheide ich mich für die Variante „Bärentatzen“. Das heißt ich schneide das Fell an den Pfoten zwar etwas kürzer und entferne störende Haare in den Zwischenräume der Ballen allerdings bleiben es wie auf dem Bild zu sehen immer noch richtige Pfötchen.

  • Kopf

Beim Kopf wird die sogenannte „Krone“ nach Wunsch gekürzt. Auch wenn es diese bei Momo nicht so direkt gibt. Durch die gebogene Schere erreichen wir automatisch ein ideale Kopfform. Für Schnäuzchen und Kinnhaare gilt dasselbe. Den besonderen „Welpen-Look“ bekommt sie durch die kurzen Ohren. Während die meisten Pudel lange Ohren haben, das heißt das Fell an den Ohren wird grundsätzlich länger gehalten, bevorzuge ich diese kurzen schnittigen Ohren. Sie verleihen ihr einfach dieses freche welpenhafte Köpfchen. Hierfür einfach mit dem Finger fühlen wo sich das Ohr befindet und mit sicherem Abstand drum herum schneiden, in der natürlichen Form.

  • Schwanz

„Momos Palme“, wie sie von uns liebevoll genannt wird, zählt zum Markenzeichen des Pudels. Genauso wie in vielen klassichen Schurvarianten schneide ich ihr eine kleine rundliche Form. Zusätzlich wird der Schwanzansatz etwas kürzer ausgeschoren. Der Unterschied ist nur, dass bei Momo dieser Bereich maximal Daumenbreit ist, und der Puschel den Rest des Schwanzes ausmacht. Mit den Fingern wieder fühlen wo der Schwanz oben aufhört und großzügig drum rum schneiden. Dann oben fest halten und Seiten so angleichen bis er gefällt.

 

Ergebnis im Vorher/Nachher Vergleich:

 

Anmerkung:

Dies ist lediglich eine Anleitung von Privat für Privat. Ich habe keinen Hundesalon oder führe das Pudel-Scher-Geschäft professionell aus. Genauso schere ich einfach meine Fellnase, und gebe diese Infos gerne an die vielen lieben Pudelfollower weiter.

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